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Wie wollt ihr eure Zukunft gestalten?

Nach der Begrüssung der Jugendlichen aus dem Enzkreis geht es nun in die Diskussionsgruppen. Im so genannten „World Café“ gibt es verschiedene Themengruppen, beispielsweise Medien, Ausbildung und Politik – für jeden ist was dabei!

In der Arbeitsgruppe „Schule“ standen viele Fragen im Raum: Wie fühlt ihr euch von den Erwachsenen behandelt? Was sollte für euch an der Schule geändert werden, damit ihr gerne hingeht? Wie stellt ihr euch eure Integration in die Problematik vor?

Spannende Aussagen wurden formuliert und Wünsche genannt, denen sich wahrscheinlich viele anschliessen können!

Manchmal nehmen uns die Erwachsenen nicht Ernst und haben Vorurteile. Sie stempeln uns nach unserem Aussehen ab und gehen einfach davon aus, dass „Die Jugend“ nichts macht. Viele haben das Klischee der zockenden Jugendlichen im Kopf und lassen sich davon auch nicht abbringen.

Die Lehrer machen uns schulischen Druck und dadurch Angst. Motivation würde uns kurz vor dem Abschluss mehr helfen!

 Die Schule fängt zu früh an. Wenn wir um halb 8 anfangen, müssen wir viel zu früh aufstehen und können in den ersten Stunden nicht wirklich mitarbeiten, weil wir noch müde sind.

Wir würden uns mehr Veranstaltungen zur Berufsorientierung wünschen. Wenn es nur einmal im Jahr statfindet ist das für uns zu wenig! Auch Bewerbungstraining hilft uns sehr, warum gibt es das so selten?

Es sollte mehr Jugendgemeinderäte und Diskussionsforen für uns geben. Wir wollen uns beteiligen nur fehlt häufig eine Plattform dafür

wir wünschen uns modernere Einrichtungen und ein zentraleres Schulsystem!

 

 

In der Arbeitsgruppe Freizeit kam es zu grossen Diskussionen über die Nachmittagsgestaltung und den öffentlichen Nahverkehr. Fragen wie „warum gibt es kein Jugendhaus für mehrere Dörfer zusammen?“ und „warum sind unsere Busfahrpläne nicht an die Schulzeiten angepasst?“ beschäftigten alle Beteiligten.

Es gibt viel zu wenig Jugendhäuser in den kleineren Dörfern! Auch wenn es eins für mehrere Dörfer zusammen gäbe wäre das besser für uns, als wenn wir immer in die nächste Stadt fahren müssen.

In den kleineren Dörfern gibt es für uns zu wenig Freizeitangebote. Selbst wenn wir irgendwo einen Bolzplatz hätten wäre das ein grosser Fortschritt! Es gibt keine Sportangebote für uns, dadurch langweilt man sich viel schneller und vertreibt sich die Zeit mit sinnlosen Dingen.

Eine Jugenddisko in der Nähe wäre schön. Bei den „normalen“ Diskos ist es häufiger das Problem dass viele Drogen und harter Alkohol im Spiel sind, wodurch wir dort nicht gerne hingehen und auch nicht hingehen dürfen.

Der öffentliche Nahverkehr zwischen den einzelnen Dörfern ist eine Katastrophe! Nach 20 Uhr kommt man fast nirgends mehr hin und auch tagsüber ist die Mobilität ein grosses Problem für uns.

 

 

Wie findet ihr eigentlich das Zeitalter der Digitalisierung? Was ist eure Meinung zu Smartphones? Was würdet ihr an den heutigen Medien gerne ändern? Grosse Themen beschäftigten die Arbeitsgruppe „Medien“. Und am Ende kamen interessante Resultate heraus!

Manchmal wäre es cool wenn wir keine Tablets und Smartphones mehr hätten. Dann könnte man einfach wieder beim Freund klingeln und sich persönlich unterhalten. Andererseits wäre es für weite Distanzen auch total blöd wenn es keine neuen Technologien gäbe.

Dass die NSA uns belauscht find ich nicht okay! Wenn ich einer Freundin persönliche Sachen erzähle will ich nicht dass es noch jemand liest. Ich finde die Politik sollte da etwas gegen unternehmen!

Wir machen uns so abhängig von unseren Smartphones! Jeder schaut ständig ob man eine Nachricht bekommen hat oder ob der Andere die Nachricht gesehen hat. Dadurch machen wir uns kontrollierbar und kontrollieren auch den Anderen. Das möchte ich weder für mich noch für Andere

Wir wünschen uns mehr direkte Politik! Auch wenn ein Politiker auf Facebook ist, ersetzt das nicht das direkte Gespräch

 

 

Der Umgang mit Asylanten beschäftigt nicht nur die Kommunen, die Diskussionen gehen bis in die EU. Die Frage, wie man im täglichen Leben mit Asylanten umgeht stellte sich der Gruppe „Integrationen und Kulturen“

Wir wollen nicht dass Ausländer verjagt werden! Wenn man Vorurteile abbauen würde, würden sie sich hier sicherlich willkommener fühlen

Ich wünsche mir mehr Wertschätzung der Asylanten. Ich würde mich gerne mehr mit ihnen unterhalten, aber wenn sie nicht danke und bitte sagen vergeht mir die Lust daran. Wenn Wertschätzung und Respekt auf Gegenseitigkeit beruhen würden wäre unser Zusammenleben sicherlich viel einfacher

Eigentlich wird hier jeder gerecht behandelt. Man muss es nur schätzen! Und das fehlt hier manchmal

Teilweise fehlt die gegenseitige Anpassung. Ausländer sind ja keine schlechteren Menschen, nur hab ich manchmal das Gefühl dass keiner sie kennenlernen möchte und sie aufnehmen möchte. Mit ein bisschen mehr Toleranz wäre uns allen schon geholfen!

Vorurteile entstehen durch Angst, Angst kann man damit überwinden dass man konfrontiert wird! Wir sollten unser Herausforderung stellen. Ich bin mir sicher dass wir alle friedlich zusammen leben können   

Asylbewerber sollten die Erlaubnis haben, hier zu arbeiten. Dadurch könnten sie sich bestimmt besser integrieren und unsere Sprache besser lernen. Damit wäre uns allen geholfen! Ich verstehe nicht, warum die Regierung ihnen das Arbeiten hier verbietet

 

 

Wie leben eigentlich die Franzosen? Wie sieht der italienische Alltag aus? Was sind eigentlich die Aufgaben der EU? Und wie können wir davon profitieren? Die Arbeitsgruppe „Europa“ hat sich über all diese Themen Gedanken gemacht.

Für uns wäre das Lernen von Sprachen viel einfacher, wenn es europaweite Austausche gäbe! Warum können wir mit der Schule nicht mal nach Frankreich oder Italien fahren? Wir würden die Sprache besser lernen und gleichzeitig unsere Nachbarn besser kennenlernen.

Wir wünschen uns gerechtere Gesetze. Sowohl in Deutschland, als auch Europaweit!

Europa ist eine Gemeinschaft! Sie soll stärker ausgebaut werden, so können wir am besten davon profitieren.

Bestechung und Korruption soll aufhören. Das Geld was dabei verloren geht sollte lieber in soziale Projekte gesteckt werden

 

 

Obwohl die Natur allgegenwärtig in unserem Leben ist und auch eine grosse Rolle spielt kommt die Umwelt häufig zu kurz. Umweltschutz ist seit langem ein Thema und doch hat man das Gefühl dass nicht immer jeder darauf Rücksicht nimmt. Wie man die Sensibilität dafür steigern könnte und was es häufiger geben sollte hat sich die Arbeitsgruppe „Umwelt“ überlegt.

Wenn wir alle den ÖV besser nutzen würden gäbe es viel weniger Umweltverschmutzung. Die Strassen wären weniger verstopft und allen wäre geholfen!

Wieso werden Materialien zum Recycling erst noch durch das halbe Land gefahren? Das ist doch Umweltverschmutzung! Kann man das nicht vor Ort machen?

Konzepte wie urban Recycling und Foodsharing sollten ausgebaut werden! Das sind gute Ideen, nur habe ich das Gefühl dass die wenigsten von diesen Ideen wissen. Warum kann man dafür nicht mehr Werbung machen?

 

 

Wenn im täglichen Leben der Schuh drückt werden häufig Politiker dafür verantwortlich gemacht. –und wenn man schon mal die Möglichkeit hat, ihnen die Meinung zu sagen, dann sollte man die auch nutzen!

Die Arbeitsgruppe „Politik“ hat ein Beispiel für engagierte Jugendbeteiligung statuiert!

„In der Schweiz dürfen die Bürger selber abstimmen! wir wollen das auch -zumindest kommunal wäre toll!“

„Das Strafgesetzbuch ist ungerecht. Warum ist Vergewaltigung weniger bestraft als Filme runterladen oder Steuerhinterziehung?“

 

 

Wie es nach der Schule weitergehen soll ist im Alter zwischen 14 und 19 wahrscheinlich die meist diskutierteste Frage. Ob mit den Eltern, den Lehrern, der Berufsberatung oder mit den Freunden „was willst du eigentlich später machen?“ steht ständig im Raum. Die Gruppe zum Thema „Ausbildung“ hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man die Ausbildung für alle etwas einfacher gestalten könnte.

Als Lehrling wünsche ich mir einen besseren Lohn! Ich muss zuhause wohnen und habe keinen finanziellen Spielraum. Viele Ausbildungsberufe sind in Deutschland unterrepräsentiert. Warum kann der Staat das nicht attraktiver machen?  

Jede Ausbildung hat am ende den gleichen Abschluss – je nach Betrieb lernt man aber etwas ganz anderes. Der Weg zum Abschluss ist ganz unterschiedlich. Warum kann man das nicht zentraler gestalten?

wir würden gerne in der Schulzeit mehr Praktika machen! Dadurch kann man am besten Einblicke in die Berufe erhalten, und nur so kann ich entscheiden was ich später machen möchte.

 

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