IMG_5591

Jugendliche wünschen sich besseren ÖPNV

Bessere Busverbindungen am Abend und in der Nacht, sichere Wege für Fahrradfahrer, mehr erneuerbare Energie, weniger Plastik und eine Möglichkeit für Jugendliche, sich auf Kreisebene politisch einzubringen: Das sind im Kern die Wünsche, die die Teilnehmer der Jugendkonferenz des Landratsamts Bodenseekreis am Freitagnachmittag geäußert haben.
Die Veranstaltung richtete sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zwölf und 21 Jahren. Angeleitet vom Team rund um den Kreisjugendreferenten Paul Fischer und die beiden Moderatoren Jakob Crone und Leonie Wadenpohl sammelten sie zunächst in drei Runden die Themen, die sie bewegen. Sie hielten fest, was im Kreis gut läuft, wo sie Verbesserungspotenzial sehen und wie sie die Beteiligung der Jugendlichen bei politischen Entscheidungen einschätzen.
Aus den gesammelten Ideen arbeiteten die Teilnehmer vier Themenkomplexe heraus, bevor sie sie in Arbeitsgruppen vertieften. Eine der Gruppen diskutierte über Umwelt und Innovationen, eine über Mobilität und Verkehr, eine über Bildung und Bildungspolitik und eine vierte über Jugendbeteiligung. Als am Nachmittag die Gäste aus Politik und Verwaltung eintrafen, konnten sie bereits sie erste Ergebnisse vorstellen.
„Wir wollen die öffentlichen Verkehrsmittel stärken, damit auch noch nach 20 Uhr Busse fahren“, hieß es. Außerdem sollten die Linien ausgebaut und auch Teilorte angeschlossen werden. Nach der ersten Jugendkonferenz 2015 waren die Nachtbusse eingeführt worden, die aber nicht den gesamten Bodenseekreis abdecken. „Auch Richtung Überlingen und Salem gibt es sehr großen Bedarf“, sagte eine Teilnehmerin.
Die zweite Gruppe hatte sich mit der Energieversorgung befasst. Ihre Sprecher schlugen vor, Solaranlagen auf allen öffentlichen Gebäuden zu installieren. „Wir wollen eine klimaneutrale Verwaltung“, sagte einer. Auch die Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) könne verstärkt mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Es sei etwa denkbar, Solarpaneele auf die Anzeigentafeln an Bahnhöfen anzubringen. Die Gruppe hatte sich aber auch mit dem Thema Konsum befasst. „Das müssen wir umweltfreundlicher hinkriegen“, hieß es. Dazu gehörten einerseits die Betreiber von Märkten und Discountern, andererseits aber auch die Kunden. „Unverpacktläden sollten vom Kreis gefördert werden, damit die Kunden nicht mit dem Auto hinfahren und dabei CO ausstoßen müssten.
Die Gruppe, die über Jugendbeteiligung diskutiert hatte, schlug die Einrichtung eines Jugendkreisrats vor. Dieser könnte einerseits den Kreistag bei „jugendrelevanten Themen beraten“, andererseits ein Sprachrohr für Jugendliche sein.
Die Politiker signalisierten in der Diskussion, dass sie gerne ein offenes O hr für die Wünsche der Jugend haben und diese nach Möglichkeit auch umsetzen. Sie machten aber auch deutlich, nach welchen Kriterien Entscheidungen getroffen und Projekte priorisiert werden. „Wichtig ist, dass ihr eure Vorstellungen klar formuliert“, sagte der Kreisrat Roland Weiß. Daniel Heß, Bürgermeister von Stetten, lobte die Motivation und die Ideen der Jugendlichen. „Bleibt dabei, habt Interesse, macht mit“, sagte er.
Jugendreferent Paul Fischer kündigte an, die Ergebnisse der Jugendkonferenz gemeinsam mit Jugendlichen öffentlich zu machen und dem Kreistag zu präsentieren. „Wir wollen möglichst konkrete Ideen einbringen.“ Für interessierte Jugendliche will er außerdem einen Ausflug zum Jugendlandtag organisieren. Bereits im kommenden Jahr will er erneut eine Jugendkonferenz veranstalten. „Dann werden wir schauen, was aus den Ideen geworden ist.

Die vollständige Dokumentation zur Jugendkonferenz Bodenseekreis 2019 findet ihr hier.

Die Kommentare sind geschlossen.