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Interview mit Herrn Pix (MdL) von Bündnis 90/Die Grünen zur Veranstaltung .komm in Freiburg

Am 27. November fand die 2 .komm: Stadt.Land.Schule | Die 2. Schüler.Innen-Tagung zum Thema Mitbestimmung und Beteiligung von Jugendlichen vom Jugendbüro Freiburg statt. Wir hatten die Möglichkeit mit dem Mitglied des Landtages Baden-Württemberg Herrn Pix von Bündnis 90/ Die Grünen über die Inhalte der Veranstaltung zu sprechen.

 

Mühl: Hallo Herr Pix, Sie waren ja heute bei der regionalen Jugendkonferenz in Freiburg mit dabei. Ganz allgemein gefragt, wie hat Ihnen die Veranstaltung gefallen und lief Sie aus ihrer Sicht gut?

Pix:. Ich bin immer noch ganz euphorisch. Ich fand es erstens mal super organisiert und zweitens waren die Akteurinnen dermaßen begeistert bei der Sache und haben eindrucksvoll vorgetragen, wo es Defizite gibt. Bei solchen Veranstaltungen sollte die Politik viel öfter mal zuhören.

Mühl: Was nehmen Sie mit von dieser Konferenz für den Bezug auf Landesebene mit?

Pix: Also, in erster Linie ging es hier ja um bildungspolitische Grundsatzfragen. Im Dreieck Lehrer, Eltern, Schüler spielen die Schülerinnen eher eine unterdrückte Rolle. Man hat auf ihre Bedürfnisse zu wenig reagiert. Das wird sich ändern. Da sind wir auf einem guten Weg. Wir müssen dazu sehr viel mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Schülerschaft nehmen, weil sie ein ganz wichtiger Teil in unserer Gesellschaft sind und auch in Zukunft sein sollen. Da spielt außerschulisches Engagement eine sehr große Rolle. Schule muss einfach mehr Spaß machen. Die Schülerinnen haben sich heute dazu geäußert, dass sie mehr Verantwortung übernehmen wollen. Sie wollen natürlich auch mehr beteiligt werden und dass ist sowieso der Haupttenor bei der Veranstaltung gewesen. Ich finde es einfach toll, dass man hier auch den Mut hatte die richtigen Leute herzuschicken, die ihre Forderungen ohne Scheuklappen klar formuliert haben. Und das muss man einfach so weiter machen.

Mühl: Das eine große Thema war ja heute Bildungspolitik und das andere große Thema könnte man sagen, war Jugendbeteiligung. Da ging es auch unter anderem um den sogenannten 8er Rat. Dass ist vielleicht ein wenig mehr eine Angelegenheit die die Kommunen vor Ort regeln müssen, aber Sie als Landespolitiker haben sich dass auch angehört und was sagen Sie zu diesem Model?

Pix: Die Landespolitik ist in sofern gefragt, dass sie den Schulen und Schulträgern diese Möglichkeit geben sollte und dazu auch ausreichend Zeit zur Verfügung stellt. Es ist sicher etwas schwierig, wenn man dies zwischen vollgestopfte Lehrpläne rein quetschen muss. Diese Bereitschaft muss natürlich von der schulischen Seite, aber auch von den Lehrern kommen. Natürlich müssen die Lehrer und Lehrerinnen konstruktiv daran mitwirken, damit man in Zukunft engagierte Schülerinnen und Schüler und später eine engagierte Bürgerschaft haben kann. Wenn ehrenamtliche Aufgaben übernommen werden sollen, dann müssen sie auch rechtzeitig daran gewöhnt werden. Und sie müssen natürlich auch die Erfahrung machen können, dass es richtig Spaß machen kann.

Mühl: Und das Modell als solches?

Pix: Das muss sich im Einzelnen erproben. Man muss dazu natürlich den geeigneten Rahmen finden, aber das Konzept mit diesem zwei Phasen-Modell fand ich erstmal sehr vernünftig und es wurde ja zum Teil auch schon erfolgreich erprobt. Wir haben aber in der Diskussionsrunde festgestellt, dass die Lehrer und Lehrerinnen noch nicht so weit sind, um die Notwenigkeit an jeder Stelle zu sehen. Sie sind zum Teil sehr skeptisch, was daran liegt, dass die Schülerinnen und Schüler von den Pädagogen geführt wurden. Die SchülerInnen sagen nein, wir wollen das selber machen. Deswegen müssen die Lehrer noch ein bisschen Spielräume für sich entdecken, aber dann ist der 8er Rat ein ganz gutes Modell, welches auch zukunftsfähig ist.

Mühl: Vielen Dank Herr Pix.

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