Über was uns bewegt

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass PolitikerInnen total an einem vorbeireden? Politik, das bringt doch alles irgendwie nichts. Viel Gerede, und am Ende ist man oft genauso schlau wie zuvor. Und erst diese Polit-Talks. Da gewinnst du nicht selten den Eindruck, zuerst heftig miteinander diskutieren, manchmal auch trefflich streiten, und sobald die Kameras aus sind, wird bei einem Gläschen Rotwein im Geheimen „Politik gemacht“. Na ja, eines muss man an dieser Stelle schon zugeben. Kritik zu üben, lästern, nörgeln, zaudern, hadern, brummeln und granteln fällt schon bedeutend leichter, als selbst mal auf den Tisch zu hauen und anzumerken: „Stop mal eben, Leute! Ich hab‘ da auch ‚ne Idee.“

Politik muss sich nicht hinter verschlossenen Türen und fernab einer jugendlichen Community abspielen. In einem Spruch wie: „Die da oben machen ja sowieso was sie wollen“, steckt viel Resignation. Das passt eigentlich nicht zu einem jungen Menschen, der immer mal wieder auch einen „jungen Geistesblitz“ hat. Und vielleicht ist es ja gerade ein frischer und unkonventioneller Gedanke, der einer Idee Leben einhaucht. Ja, es kann auch verdammt viel Spaß machen, miteinander zu diskutieren, sich aneinander zu reiben (hey, nicht was ihr jetzt schon wieder denkt) um dann vielleicht zu diesem berühmten Wörtchen „Konsens“ zu kommen.

Hinter dem Projekt „Was uns bewegt – Jugendliche und Landespolitikerinnen und Landespolitiker im Gespräch“ steckt nichts anderes als – eure Meinung. Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg sind aufgerufen, kräftig Stimmung oder besser gesagt „Stimme“ zu machen. Denn es geht nicht darum, sich von irgendeiner Stimmung beeinflussen zu lassen, sondern sich mit seiner Stimme, seinen Gedanken und Wünschen den anderen mitzuteilen. Was bewegt euch? Was „stinkt“ für euch bis zum Himmel? Und was findet ihr gut, könnte aber vielleicht noch verbessert werden? Lasst euch nicht bestimmen, sondern bestimmt die Themen, über die ihr gerne reden möchtet, selbst.

Eure Anliegen, Themen und Perspektiven sollen bei den Diskussionen im Vordergrund stehen. Regional- und LandespolitikerInnen stellen sich euren Fragen. Stellt präzise Fragen und erwartet auch eine ebensolche Antwort. „Politiker“ bedeutet nichts anderes als Volksvertreter. Es geht demnach nicht darum, dass sich in der Diskussion „zwei Seiten“ gegenüberstehen, sondern vielmehr soll gemeinsam etwas erreicht werden. Die anwesenden PolitikerInnen sollen eure Gedanken aufnehmen, sich im Idealfall inspirieren lassen und entsprechend handeln. Und das Ganze geht noch weiter. Die Ergebnisse der lokalen und regionalen Initiativen werden gebündelt und bei einer landesweiten Veranstaltung weiter beraten. In kleinerer Runde diskutieren dann Jugendliche mit den Abgeordneten des Landtages, was sich in die Tat umsetzen lässt. Die Mitglieder des Landtages sollen die erarbeiteten Ergebnisse dann in ihrer Politik aufgreifen. Na dann – los geht’s!